Ein unfairer Vergleich

In meinem letzten Blogpost habe ich den Vergleich einer Fujifilm X-E1 und der Fujifilm x100F angekündigt. Und da lagen sie nun die beiden Kameras. Allerdings wurde mir bereits nach dem ersten kurzen Spaziergang klar, dass der Vergleich mehr als unfair ist.

Aber der Reihe nach:

Ich wollte schauen, in wieweit sich meine „alte“ Fujifilm X-E1 mit einem 27mm Pancake-Objektiv gegenüber der Fujifilm X100F, die ich freundlicherweise von Fujifilm ausgeliehen bekommen habe, schlägt.

Auswahl einiger technischer Daten des Herausforderer – der Fujifilm X-E1:

  • Markteinführung November 2012
  • CMOS APS-C Sensor mit 16,3 Megapixel
  • Videosucher (100 % Bildfeldabdeckung) mit 2.360.000 Bildpunkten, 0,93-fach Vergrößerungsfaktor, Dioptrienausgleich (-4,0 bis 2,0 dpt)
  • mehr Informationen unter digitalkamera.de

Auswahl einiger technischer Daten der Fujifilm X100f:

  • Markteinführung Februar 2017
  • CMOS APS-C Sensor mit 24,3 Megapixel
  • Videosucher (100 % Bildfeldabdeckung) mit 2.360.000 Bildpunkten, Dioptrienausgleich (-2,0 bis 1,0 dpt)
  • mehr Informationen unter digitalkamera.de

Zunächst habe ich also das Fujifilm Pancake 27mm F2.8 an meine X-E1 angeschlossen. Wie erwartet, war diese Kombination äußerst kompakt. Die Bedienung meiner kleinen Kamera beherrschte ich und auch das Fehlen des Blendenring am Pancake-Objektiv und der Auswahl der Blende über das hintere Drehrad klappte innerhalb von Minuten. Damit losgezogen machte das Fotografieren mit dieser kleinen Kombination richtig Spaß. Die Bildqualität war für mich überzeugend und dank der Toshiba Flash-Air – SD-Karte * konnte ich die alte Kamera auch mit meinem Smartphone verbinden und erste Ergebnisse flott auf das Handy überspielen. Also eigentlich war alles perfekt. Und für mein Sparschwein wäre es besser, wenn ich hier mit dem Test aufgehört hätte.

Aber dann packte ich die Fujifilm X100f aus. Wie schon im letzten Blogbeitrag beschrieben, ist die X100-Serie meine heimliche Liebe. Und so war es dann auch, als ich das erste Mal mit der kleinen, silbernen Edelkompaktkamera losgezogen bin. Allein schon die hochwertige Haptik der Kamera liessen mein Herz dahin schmelzen. Die Bedienung war eigentlich genauso wie bei meinen anderen Fujifilm-Kameras, lediglich an das Umschalten zwischen optischen und elektrischen Sucher mußte ich mich erst gewöhnen. Das Sucherbild war aber absolut hochauflösend, klar und stellte die X-E1 deutlich in den Schatten. Ich liebe an den Fujifilmkamera die vielen mechanischen Knöpfe und Drehringe. Das mechanische Einstellen der ISO durch einen eigenen Drehregler ist ein enormer Gewinn. Alle Knöpfen wirken edel und hochwertig und ich habe in meinen Tests kein versehentliches Umstellen bemerkt.

Und nach dem ersten Fotowalk war mir klar, dass ich die Zeit, in der ich die X100f habe, möglichst viel damit „knipsen“ wollte, und so zog ich nur noch mit dieser Kamera los und nahm auch nur sie mit in meinen Urlaub.

Fujifilm X100f

Die Gemeinsamkeiten:

Größe und Gewicht der beiden Kameras sind ähnlich. Beim Tragen merkt man keinen nennenswerten Unterschied. Und auch die Tatsache, dass beide Kameras kein ausklappbares Display besitzen, eint die Kameras.

Die Unterschiede:

Der Vergleich beider Kameras ist insofern unfair, da die Fujifilm X-E1 eine bereits etwas in die Jahre gekommene Kamera ist. Dies merkt man beispielsweise an der Auflösung und des verwendeten Prozessors. Das Ausreizen der ISO-Werte ist bei der neueren Prozessorgeneration deutlich besser als es in einer alten Kamera sein kann. Auch bei den JPG-Presets, die ich seit dem Lesen des Ebooks von Thomas Jones gerne nutze, gibt es deutliche Einschränkungen bei der X-E1. Und was ich zunächst gar nicht so sehr bedacht hatte, ist die Konnektivität über WLAN an mein Smartphone oder Tablet. Sicherlich ist diesbezüglich bei der Fujifilm-App noch Luft nach oben, aber die „Notlösung“ mittels Wlan-SD-Karte ist auch unhandlich.

Fujifilm X100f

Mein persönliches Fazit:

Jeder, der den obenstehenden Text gelesen hat, wird wissen was jetzt kommt:

Die Fujifilm X100F ist eine super tolle Kamera und ganz klar mein Favorit, der nun auf meinen Wunschzettel kommt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich soviele Funktionen, die eine aktuelle Kamera mehr aufbietet, auch nutze und im Falle der X-E1 vermisse.

Allerdings, und das sollte hier nicht unerwähnt bleiben, ist die X100f auch mit Ihren rund 1200€ nicht unbedingt günstig. Ob dieser Preis einem wert ist, muß jeder für sich entscheiden.

Die Kombination Fujifilm X-E1 mit dem 27mm Pancake ist zumindest in Sachen Kompaktheit meinem Favoriten ebenbürdig und preislich der X100F deutlich überlegen.

Bis das Sparschwein, das Geld für die x100 gesammelt hat, fotografiere ich nun nach diesem Test am liebsten mit der Kombination aus Fujifilm X-E1 und 23mm: klein, handlich und alles schon bei mir im Foto-Schrank.